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Sunrise Avenue am 2.5. 2011 in der Wiener Arena
Sunrise Avenue am 02.05.2011, Arena
Ich habe Sunrise Avenue schon zwei Mal live gesehen, und einmal auch hier für concerts4u.at darüber berichtet. Allerdings waren es beide Male Akkustik-Konzerte, und ich war wirklich schon sehr gespannt, wie sich der Sound live und "mit mehr Power" anhört. Ende März veröffentlichten die Finnen ihr drittes Studioalbum "Out of Style". Frontmann und Sänger Samu Haber wird in Interviews nicht müde zu betonen, wie sehr dieser Name Programm ist, und wie wenig sie das kümmert - sie lassen sich weder in die Pop- noch in die Rock-Schublade stecken, und mischen zwischendrin auch einfach mal eine eher folkige Nummer. Haber sagt, sie wollen vor allem Spaß bei dem haben, was sie tun, und das Publikum dabei unterhalten. Und das ist ihnen gestern in der Wiener Arena absolut gelungen.
Samu Haber selbst ist groß gewachsen, blond und blauäugig - er entspricht ziemlich genau dem Klischee eines nordischen Mannes. Deswegen erwartet man im Publikum vor allem Mädels im Teenager-Alter. Die ersten Reihen im großen Saal der ausverkauften Arena waren auch mit jungen Mädchen gefüllt, und das Publikum war überwiegend weiblich, aber schon beim Einlass sind mir viele Leute aufgefallen, die ich auf der Strasse nicht als Sunrise Avenue-Fans erkennen würde. Bei manchen dachte ich wirklich, sie hätten sich verirrt und wollten eigentlich ins Arena-Beisl - aber alle zückten brav ihr Ticket und freuten sich auf den Gig. Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass eben dieses Schubladen-Denken hier nicht funktioniert.
Als Support sang Nick Howard, ein mir zuvor nicht bekannter Singer Songwriter aus Großbritannien. Die Songs waren gut zum Aufwärmen, und die Menge bedachte ihn recht wohlwollend mit Applaus und sang teilweise sogar mit, am lautesten beim Bruno Mars Cover "(Amazing) Just The Way You Are". Obwohl der Auftritt nicht genau meinen Musikgeschmack getroffen hat muss ich sagen, dass es mich immer wieder fasziniert wenn ein Sänger es schafft, alleine mit einer akustischen Gitarre hunderte Wartende bei Laune zu halten.
Pünktlich um 21 Uhr betraten Sunrise Avenue (neben Sänger Samu Haber sind das übrigens Riku Rajamaa (guit, voc), Sami Osala (drums), Raul Ruutu (bass) und Osmo Ikonen (keyboard)) unter großem Jubel die Bühne und eröffneten mit "Damn Silence", "I Gotta Go" und "Stormy End", allesamt Lieder vom neuen Album, wie auch der Großteil der anderen Songs. Als Einleitung zum ebenfalls neuen Titel "Angels on a Rampage" erzählte Samu Haber, dass er den Song für die Tour nicht gewählt hätte, aber bei einem Publikumsvoting wurde gewünscht, dass sie ihn spielen - und deswegen stand er auf der Setlist. Die beliebten Klassiker wollen aber auch gehört werden, und so durften "Forever Yours" und "Fairytale Gone Bad" nicht fehlen. Vor letzterem erkundigte sich Samu Haber noch beim Publikum, ob der Song eh noch nicht nervt - ihn nerve es nicht, ihn wieder und wieder zu spielen, weil es der wichtigste Song für den Erfolg der Band ist.
Wie schon bei der vorigen Acoustic Tour ließ Haber es sich auch diesmal nicht nehmen, viel zu plaudern und dem Publikum allerlei Geschichten zu erzählen - zum Beispiel über die Rezension eines Journalisten, der sie als One-Hit-Wonder abgestempelt hatte. Nun nach dem Erfolg ihrer neuesten Single "Hollywood Hills" korrigierte sich dieser und bedachte sie mit der Wortkreation Two-Hit-Wonder. Eine fragwürdige Definition, die Haber darüber sinnieren ließ, wieviele Schritte es auf der Erfolgsleiter dieses Journalisten wohl gäbe... vielleicht bis hin zum Ten-Hit-Wonder? Häufig wurden auch deutsche Sätze eingestreut, die Haber dank seines deutschen Vaters gelernt hat. Zum Schmunzeln brachten einen die Sätze vor allem, weil er immer in der höflichen Sie-Form blieb. Die Aufforderung an das Publikum, doch lauter zu singen, fiel dann so aus: "Ich bin mir sicher, dass Sie mit größerer Lautstärke singen können."
Der Song "Destiny" war für mich ein Highlight des Abends - das ist definitiv ein Lied, das für die Bühne geschrieben wurde, wo es nicht ganz so glatt und viel rockiger als am Album klingt. Außerdem wurde daraus ein knapp zehnminütiges Medley - plötzlich ertönte das Top Gun Theme, was bei mir Gänsehaut verursachte (oh ja, das erinnert an die Zeiten, in denen man Tom Cruise noch uneingeschränkt cool finden konnte). Alle aus der Band hatten in diesem Medley ihr Solo, man hörte Zeilen der Klassiker "Forever Young" von Alphaville, "Take On Me" von A-Ha, "Born To Be My Baby" von Bon Jovi und viele mehr. Und natürlich sang das Publikum lautstark mit.
Zwei Stunden und zwei Zugaben später verabschiedeten sich die fünf Finnen zu den vom Band eingespielten Klängen von "What a Wonderful World" vom Publikum. Wer für dieses großartige Konzert keine Tickets mehr bekommen hat, darf sich auf den 13. November freuen - da kommen Sunrise Avenue wieder in die Wiener Arena.
04.05.2011 von Babsi

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