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Thin Lizzy & Supersuckers in der Arena Wien
Thin Lizzy + support: Supersuckers am 06.02.2011, Arena
Ein Hauch von Nostalgie, gepaart mit einer Portion guter Laune ob der verfrühten, frühlingshaften Witterung zog sich letzten Sonntag durch die Arena. Eine Mischung aus Jungen, Junggebliebenen und Altrockern hatte sich in der großen Halle eingefunden, um Zeiten zu huldigen, die längst vergangen sind! Eigentlich sind Thin Lizzy, die legendäre irische Rockband, die unzählige Musiker und Bands inspiriert haben, ja mit dem Tod des Mitbegründers und Frontman Phil Lynott im Jahr 1986 gestorben. Seither wurde in den unterschiedlichsten Besetzungen immer wieder versucht, den Mythos wiederaufleben zu lassen. Trotzdem, oder vielleicht auch deswegen, durfte man gespannt sein, was einem an diesem Abend präsentiert werden würde, ein nostalgisches Best-Of-Konzert, eine solide Rockshow, oder ganz etwas anderes…? Die Namen der Protagonisten versprachen zumindest schon einmal einiges! Allen voran Brian Downey am Schlagzeug, seines Zeichens Thin Lizzy Urgestein und Gründungsmitglied, daneben Kapazunder wie Darren Wharton an den Keyboards, Marco Mendoza am Bass, Scott Gorham und Vivian Campbell an den Gitarren und Ricky Warwick am Mikrofon.
Doch vorerst zurück zum Anfang! Pünktlich auf die Minute, um 20:00 Uhr, gehörte die Bühne zuerst einmal den Supersuckers! Die US-amerikanische Rockband stellte von Beginn an eindrucksvoll unter Beweis, wie Rock´n´Roll zu klingen hat! Allen voran ein fantastischer Eddie Spaghetti, der nicht müde wurde, das Publikum darauf hinzuweisen, daß es gerade die Ehre hatte, die“ Greatest Rock´n´Roll Band in the World“ bewundern zu dürfen! Die knapp bemessene Spielzeit wurde optimal genutzt, mit „Rock´n`Roll Records (Ain´t Selling this Year)“ wurde losgerockt, bei Nummern wie „Rock your Ass“, „Bad Bad Bad“, „Coattail Rider“, „Something About You“ oder dem abschließenden “Born with a Tail“ füllte sich die Halle zusehends, die Supersuckers weckten das Interesse vieler Leute, die augenscheinlich nur wegen des Hauptacts gekommen waren, und wußten auf voller Länge zu überzeugen! Besonders beim Quasi-Klassiker „Pretty Fucked Up“ kam gehörig Stimmung auf, die Interaktion mit dem Publikum funktionierte blendend, und so manchem, der diese Band vorher noch nicht kannte, wurde blitzartig klar, daß er sowieso schon jahrelang Supersuckers-Fan ist! ;-) Nach Ende des Auftritts war Eddie Spaghetti noch recht umtriebig am Merchandise-Stand unterwegs, um dort bereitwillig alles Mögliche und Unmögliche zu signieren, und sich mit den Fans zu unterhalten.
Während der Umbaupause wurde die Halle dann voll, die Besucher harrten ungeduldig auf den Hauptact des Abends. Bereits bevor Thin Lizzy die Bühne betraten, kursierte an einigen Enden im Publikum bereits die schockierende, traurige Nachricht vom unerwarteten Ableben des grandiosen Gitarristen Gary Moore, der über die vergangenen Jahrzehnte öfter Teil von Thin Lizzy war. Die offizielle Bestätigung kam wenig später von Ricky Warwick selbst, die Band widmete den Auftritt dem viel zu früh, im Alter von nur 58 Jahren, verstorbenen Gary Moore. R.I.P. Gary!
Thin Lizzy´s Auftritt selbst ließ keine Zweifel aufkommen, daß die zum Teil schon in die Jahre gekommenen Herren auf der Bühne Meister ihres Fachs sind. Ricky Warwick präsentierte sich als würdiger Front- und Showman, Brian Downey stellte sein Können an der mächtigen Double-Bass-Drum bei einem vielumjubelten Solo eindrucksvoll unter Beweis, und auch alle anderen Bandmitglieder bekamen Gelegenheit dazu, ihr Können und Genie an ihren Instrumenten aufblitzen zu lassen! Die Setlist barg keine großen Überraschungen, dem begeisterten Publikum wurden die bekanntesten Nummern, teilweise in etwas verschärfter Version, präsentiert. Eines kann auf jeden Fall keinem Besucher entgangen sein: der Tonregler war bis zum Anschlag aufgedreht, Thin Lizzy waren verdammt laut! „Are You Ready“, „Waiting For An Alibi“, „Jailbreak“, „Don´t Believe a Word”, “Dancing In The Moonlight”, “Emerald”, “Sha La La”, “Cowboy Song”, das grandiose “The Boys Are Back In Town” und wie sie alle heißen, die unzähligen Hits von Thin Lizzy, alle waren sie zu hören! Ja, alle, sogar „Whiskey In The Jar“ ist nach Jahrzehnten der Abstinenz bei der aktuellen Tour wieder in der Setlist! Die dargebotene Version erinnerte zwar punkto Härte und Tempo mehr an das Cover von Metallica, aber immerhin, unbestritten stimmungstechnisch ein Höhepunkt des Abends! Über eineinhalb Stunden dauerte das Spektakel, Thin Lizzy kamen sogar 2x für Zugaben, darunter „Rosalie“ und „Bad Reputation“ zurück auf die Bühne. Von fehlender Motivation, oder gar Geld als Beweggrund für diese Tour konnte nicht die Rede sein, den Herren auf der Bühne war die Freude an dem, was sie tun, und die Liebe zur Musik deutlich anzusehen! Fazit: ein toller, und lauter Abend mit zeitlos guter, ehrlicher Rockmusik!
08.02.2011 von Werner

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