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Lovely Days Festival 2010 in Wiesen
Lovely Days 2010: Toto, Ray Manzarek & Robbie Krieger of The Doors, Manfred Mann´s Earth Band, Uriah Heep, Canned Heat, Spencer Davis Group am 10.07.2010, Festivalgelände Wiesen

Was für ein Tag am Festivalgelände Wiesen!
Herrlichstes Hochsommerwetter mit Temperaturen jenseits der 30°C, keine Wolke am Himmel! Kurz nach 13 Uhr drängten sich bereits Hundertschaften von Besuchern vor dem Eingangsbereich des Festivalgeländes. An diesem gestrigen Samstag lief das ganze Procedere aber vollkommen relaxed und um einiges zivilisierter ab, als wir von „normalen“ Festivals gewohnt sind! Ein bunt gemischtes Publikum, großteils schon in Würde ergraut, hatte sich eingefunden, um am Lovely Days Festival 2010 längst vergangene Zeiten für ein paar Stunden aufzufrischen. Neben wenigen jungen Festivalbesuchern dominierten Mittvierziger, einige ewig jungen Hippies und sogar ganze Familien mit Kind und Kegel das Bild.
Die vom Veranstalter erwarteten ca. 8000 Besucher dürften wegen des tollen Wetters und des hervorragenden Lineups anscheinend sogar überschritten worden sein. Das manifestierte sich unter anderem auch in Verzögerungen beim Einlass, verursacht durch den gewaltigen Ansturm zwischen dem etwas knapp bemessenen Zeitfenster zwischen Einlass und Konzertbeginn. Einige bemitleidenswerte Musikliebhaber mussten leider den Beginn der ersten Band quasi zwischen Tür und Angel versäumen…

Die erste der durchgehend tollen Bands des heurigen Lovely Days Festivals war die Spencer Davis Group. Auch wir schafften es gerade noch zu den ersten Akkorden von „Keep on Running“ vor die Bühne! Ein Einstand zu einem Festival einiger Legenden, wie man ihn sicher besser nicht hätte vorstellen können! Wie auch einige der anderen Bands im Lineup kann die Spencer Davis Group auf mehr als 40 bewegte Jahre im Musikbusiness zurückblicken! Mögen die Haare auch grau geworden sein, oder ganz verschwunden, die musikalische Darbietung war, wie bei allen Bands im Allgemeinen, erstklassig. Bei Nummern wie „Gimme Some Lovin´“, „I´m a Man“, Somebody Help Me“ oder „House of the rising Sun“, die man schon seit frühesten Kindestagen kennt, wurde die gute Stimmung gleich freihaus mitgeliefert!
Wenn dann auch noch, fast wie bestellt, ein paar Schmetterlinge zwischen den Besuchern herumflattern, wird´s schon fast kitschig, wenn auch passend! So gesehen bei Canned Heat, die für einen Hauch von Woodstock-Feeling nach Wiesen zauberten. Auf dem Gelände herrschte jetzt schon reges Treiben. Dichtes Gedränge an den Bonkassen, den Getränke- und Essensausgaben, an der Cocktailbar und an der neuen Bar unter dem Zeltdach waren somit vorprogrammiert. Wer konnte, sicherte sich ein Schattenplätzchen.
Canned Heat erfreuten die Ohren der Besucher einstweilen mit feinstem Blues-Rock und einigen altbekannten Nummern, allen voran natürlich „On the Road again“.

Ein erstes großes Highlight war der Auftitt von Uriah Heep, die gerade das 40-jährige Bandbestehen feiern. Das Hardrock Urgestein aus Großbritannien lieferte eine gewohnt energiegeladene Show ab, bei allseits bekannten Welthits wie „Free Me“, „Free ´n Easy“, „Lady in Black“ oder „Easy Livin´“ bedarf es auch nicht vieler Worte, das Publikum ging sangeskräftig voll mit bis in die hintersten Winkel des Geländes, eine besondere Freude war es, Mick Box, seines Zeichens einziges noch verbleibendes Gründungsmitglied, an der Gitarre zu beobachten – ein wahrer Meister seines Fachs!

Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, als nächste waren Ray Manzarek am Keyboard und der geniale Robbie Krieger an der Gitarre, zwei ehemalige Mitglieder der legendären Doors, die sich nach dem Ableben Jim Morrisons´s auflösten, an der Reihe. Mit dem neuen Sänger Miljenko Matijevic, einem wahren Poser vor dem Herrn, treten sie unter dem Namen Ray Manzarek & Robbie Krieger of the Doors auf. Bei so manchem Song stellte sich richtig Gänsehautfeeling ein! Viele der weltberühmten Doors-Nummern sorgten für ausgelassene Stimmung. Die vorderen Reihen vor der Bühne waren jetzt eindeutig fest inder Hand der jüngeren Besucher, die dem Mythos The Doors ausgiebig huldigten. Bei „Roadhouse Blues“, „When the Music is over“, „The Fever“, „LA Woman“, „Break on through“, „Alabama Song (Whiskey Bar)” und natürlich dem alles überragenden “Light my Fire” zum krönenden Abschluss war die Stimmung kaum mehr zu überbieten!

Ein weiteres Highlight an einem Nachmittag und Abend voller Highlights war der Auftritt von Toto, die sich nach ihrer Auflösung für eine handvoll Festivalauftritte für eine letzte zweiwöchige Tour im Sommer 2010 noch einmal zusammengetan haben. Diese Auftritte sind dem schwer erkrankten Bassisten Mike Porcaro und dessen Familie gewidmet, die Einnahmen der Tour gehen alle an sie! Beginnend mit „Child´s Anthem“, über die Klassiker „Rosanna“, „Africa“ oder „Stop Loving You“, bis hin zum grandiosen Abschluß mit „Hold the Line“ sorgten Toto für einige Höhepunkte, die vom Publikum dankend angenommen und natürlich ausufernd zelebriert wurden!

Die Ehre, den Abschluß des Lovely Days Festivals zu bestreiten, hatte zu späterer Stunde Manfred Manns Earth Band. Der Ausnahmemusiker, der ursprünglich aus Südafrika stammt, begeisterte mit seinem Keyboardspiel die noch anwesenden Besucher noch bis nach Mitternacht – nicht wenige verließen jetzt schon das Festivalgelände, Hitze, bei manchen wohl zweifelsohne auch das fortgeschrittene Alter, und die ausgesprochen tollen Darbietungen aller beteiligten Musiker, forderten ihren Tribut. Nichtsdestotrotz wurde gebührend gefeiert bis zum Schluss. Egal, ob beim Bruce Springsteen Cover “Dancing in the Dark, oder bei Evergreens der Rockgeschichte wie „Blinded by the Lights“ oder Davy´s on the Road Again“, Manfred Manns Earth Band bescherten dem Lovely Days Festival einen mehr als würdigen Abschluß! 12.07.2010 von Werner














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